Quer von der Seite?

Was ist besser: Quereinsteiger oder Seiteneinsteiger?

In den statistischen Veröffentlichungen der KMK (Kultusministerkonferenz), Februar 2003, werden als Seiteneinsteiger Lehrkräfte bezeichnet, „…die in der Regel über einen Hochschulabschluss, nicht jedoch über die erste Lehramtsprüfung verfügen und ohne das Absolvieren des eigentlichen Vorbereitungsdienstes in den Schuldienst eingestellt werden. Sie erhalten über ihre fachlichen Kenntnisse hinaus eine pädagogische Zusatzqualifikation, die teilweise auch berufsbegleitend vermittelt wird. Der Einsatz von Seiteneinsteigern erfolgt in aller Regel, damit das Unterrichtsangebot in Fächern mit Bewerbermangel aufrechterhalten werden kann. Im Jahr 2001 betrug die erstmals erhobene Zahl der eingestellten Seiteneinsteiger 845, was 2,7% aller Einstellungen in den öffentlichen Schuldienst entsprach. Im aktuellen Jahr wurden 1.152 und damit 300 (36,3%) mehr Seiteneinsteiger neu eingestellt.“

Ob Sie als „Quereinsteiger“ oder „Seiteneinsteiger“ in den Schuldienst gehen, macht natürlich keinen Unterschied, wichtig ist nur, was Sie zu bieten haben. Sind Sie diplomierter Absolvent mit technischer, wirtschaftlicher oder kaufmännischer Ausrichtung oder Diplom-Ingenieur, dann sind Ihre Einstellungschancen sehr groß. Mehrjährige Berufserfahrung spricht für Sie.

Also: Aufgrund des steigenden Lehrerbedarfs werden in Zukunft auch vermehrt Bewerber ohne Staatsexamen in den öffentlichen Schuldienst eingestellt. Dies betrifft u. a. solche Fächerkombinationen, in denen nicht genügend Lehramtsanwärter mit Erstem und Zweitem Staatsexamen vorhanden sind.

Sondermaßnahmen der Länder

Die Länder haben jeweils ihre eigenen Einstellungsverordnungen erlassen. Meistens werden Hochschul- und Fachhochschulabschlüsse unter bestimmten Voraussetzungen als Erste Staatsprüfung oder als Teile einer Ersten Staatsprüfung anerkannt.

Je nach Land können auch Bewerber mit einem Diplom- oder Magistertitel oder mit einer Promotion Unterricht in Mangelfächern erteilen. Gegebenenfalls müssen sie sich hierfür zu einer einjährigen berufsbegleitenden Weiterqualifizierung verpflichten, in der Inhalte der Pädagogik, der Didaktik, der Methodik, des Schulrechts und der Schulorganisation erlernt werden. Ob Lehrkräfte für diese Qualifizierung vom Unterricht freigestellt werden, hängt vom Land ab.  

So richten sich z.B. in Nordrhein-Westfalen die Angebote an "...berufserfahrene Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss (geeignet für zwei Unterrichtsfächer gemäß der Lehramtsprüfungsordnung (LPO) ..."

Nähere Informationen zu den länderspezifischen Voraussetzungen des Seiten- und Quereinstiegs finden Sie hier: Ländermaßnahmen

 

Lehrer werden -
Lehrerberuf

Fragen und Antworten
zur Lehrerausbildung


 

Social Bookmarking für Lehrkräfte




zurück zur vorherigen Seite